Archiv für Juni 2013

UnfAir-Berlin — Protestaktion gegen Charterabschiebungen im Flughafen Tegel

Link zum Video:
http://www.youtube.com/watch?v=qU_WrzXre_M

Am 16.05.2013 versammelten sich etwa 20 AktivistInnen im Flughafen Tegel und verwandelten kurzfristig das Terminal C, welches ausschließlich von Air Berlin genutzt wird, in eine Protestzone gegen Abschiebungen. Mit Transparenten, Aufklebern, Flyern, Kotztüten sowie kurzen Redebeiträgen über eine Lautsprecheranlage wurde gut sicht- und nicht überhörbar auf die zentrale Rolle von Air Berlin als Charterabschiebe-Airline Nr. 1 aufmerksam gemacht. Auf einer großen Weltkarte, auf der Air Berlin alle ihre Flugziele präsentiert, wurden ihre Abschiebeflugrouten eingezeichnet und der sofortige Stopp der Charterabschiebungen von UnfAir-Berlin gefordert.

„Deportations are a crime — Abschiebungen sind ein Verbrechen“, das hatten selbstorganisierte Flüchtlinge auf einem Tribunal in den vergangenen Tagen in Berlin (siehe http://www.refugeetribunal.org/ ) immer wieder als zentrale Anklage gegen die Bundesrepublik Deutschland formuliert.

Air Berlin kollaboriert und profitiert in besonderer Weise vom boomenden Geschäft mit den polizeibegleiteten Sammelabschiebungen, 2012 hatte diese Airline monatlich Flugzeuge bereitgestellt, um von Düsseldorf und Stuttgart aus Abschiebungen vor allem Richtung Serbien und Kosovo zu ermöglichen. Vor allem Roma-Familien werden mit diesen von der Grenzschutzagentur Frontex finanzierten Charterabschiebungen außer Landes geschafft.
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Abschiebungen nach Serbien und Mazedonien gehen weiter – – Recherchereise bestätigt die extrem schwierige Situation vieler Abgeschobener

Am Dienstag, den 18. Juni wird es erneut eine Sammelabschiebung vom
Düsseldorfer Flughafen aus geben – bereits die dritte in diesem Jahr.
Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich um Roma, die vor
systematischer Diskriminierung und Ausgrenzung aus dem ehemaligen
Jugoslawien geflohen sind.

Gerade letzte Woche ist eine Gruppe von RechtsanwältInnen,
JournalistInnen, ÄrztInnen und VetreterInnen von NGOs von einer
Recherchereise aus Serbien zurückgekehrt, welche die extrem schwierige
Situation vieler Abgeschobener bestätigt hat. Auch vier VertreterInnen
des Roma Center Göttingen waren dabei. Trotz der von der serbischen
Regierung entwickelten Programme mussten wir feststellen, dass viele der
aus Deutschland Abgeschobenen nach ihrer Rückkehr in Verhältnissen leben
müssen, in denen nicht einmal ihre grundlegendsten Bedürfnisse gedeckt
sind. Kinder müssen in selbstgebauten Sperrmüllbaracken leben, viele
Familien wissen nicht, was sie am nächsten Tag essen sollen. Die
hygienische Situation ist vielerorts eine Katastrophe. Zum Teil bestand
noch nicht einmal eine Versorgung mit Wasser, ganz abgesehen von einem
Zugang zu Gesundheitssystem oder Sozialleistungen. Aufgrund von
systematischer Ausgrenzung und Diskriminierung ist es für Roma in
Serbien häufig unmöglich, eine geregelte Arbeitsstelle zu finden – übrig
bleiben extrem schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs, Straßenverkäufe von
gesammelter Kleidung sowie oft auch das Ausbleiben von Einkommen. Auch
von rassistisch motivierten Übergriffen gegen Roma wurde uns häufig und
an verschiedenen Orten berichtet.

Ein junger Mann, der mit seiner Familie drei Jahre ohne Strom und
Wasser leben musste, begrüßte uns mit den Worten: “Kann ich sofort mit
euch nach Deutschland gehen, ich bin dort geboren”. Neben verschieden
Roma-Siedlungen besuchten wir NGOs, eine Menschenrechtsanwältin und
sprachen auch mit Vertretern des Kommissariats für Flüchtlinge und
Migration, sowie Verantwortlichen des Border Police Departments im
Innenministeriums. Die Realität der Betroffenen und die von den
offiziellen Stellen vorgestellten Aktionspläne gehen weit auseinander.

Dazu sagt K. Emini vom Roma Center Göttingen: „Auf dem Papier mögen
die offiziellen Programme in Serbien gut aussehen, vor Ort aber ist
keine Verbesserung der Lage der Roma zu sehen. Aber das ist es, was
zählt. Insofern gebieten die humanitäre Lage sowie die politische
Diskriminierung der Roma in Serbien, dass alle Roma hier bleiben.“

Unter welchen Bedingungen die Abgeschobenen in Zukunft leben müssen
oder wo sie sich „zu Hause“ fühlen, interessiert die deutschen Behörden
wenig – ungebremst gehen die Abschiebungen nach Serbien, Mazedonien und
in den Kosovo weiter.
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Sammelabschiebung nach Serbien und Mazedonien am Dienstag, den 18.6.2013!

Wieder einmal bricht sich der institutionelle Rassismus in Deutschland Bahn! Am Dienstag werden zum dritten Mal im Jahr 2013 eine große Anzahl von Menschen vom Düsseldorfer Flughafen aus abgeschoben. Bei einem Großteil der Betroffenen handelt es sich um Roma, die vor systematischer Diskriminierung und Armut aus dem ehemaligen Jugoslawien geflohen sind.

Wir werden das nicht hinnehmen, auch dieses Mal wird es wieder lautstarke Proteste gegen die unmenschliche Abschiebepraxis der Bundesrepublik Deutschland geben!

Wann? und Wo?

- 8:00 Uhr am „Gate F“(bei Tor 36), Düsseldorfer Flughafen. Hier zeigen wir direkt Solidarität mit den Betroffenen!
http://www.duesseldorf-international.de/dus/lageplaene

- 10:00 Uhr in der Halle, Terminal B, Düsseldorfer Flughafen

Kommt zahlreich, bringt eure FreundInnen und GenossInnen mit!