Bundesweiter Aktionstag! Abschiebungen innerhalb Europas stoppen! – Dublin II kippen!
Protestkundgebungen an den Flughäfen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München
Freitag 30.03.2012, 17:00 Uhr
Düsseldorf Flughafen, Terminal B, Abflughalle

mehr Infos zum Aktionstag: http://dublin2.info/
Was? Abschiebungen nach Dublin? Oder Wie oder Was?
Nein, Dublin II heißt nur das EU-Abkommen, hier geht es um innereuropäische Abschiebungen, also Abschiebungn von z.B. Deutschland nach Ungarn, Italien oder Malta. Da Asyl nur im sogenannten Erstaufnahmeland gestellt werden darf schieben die zentral gelegenen europäischen Staaten die ihnen unliebsamen und nicht verwertbaren Migrant_innen an die Ränder Europas: Nach Ungarn, Italien, Malta u.a.
Die Staaten dort sind nicht nur überfordert, sondern zeigen auch besonders brutales Vorgehen
gegen Flüchtlinge, mit langen Inhaftierungen, schlimmen Lagerbedingungen etc.
Flüchtlinge als innereuropäische Verschiebemasse.
„Dublin II bedeutet, sie spielen Fußball mit uns, schießen uns von einem Land ins nächste, sie spielen mit uns und verschwenden unsere Zeit.“
(Jugendlicher aus Afghanistan, vor der Abschiebung nach Ungarn durch halb Europa geflohen)
Ein Drittel aller Abschiebungen innerhalb der EU
Wir alle kennen Abschiebungen – aber dass ein Drittel aller Abschiebungen innerhalb der EU stattfindet, könnte vielen eher neu sein. Fast dreitausend sogenannte „Dublin-Überstellungen“ waren es im vergangenen Jahr aus Deutschland.
Viele Betroffene wehren sich verzweifelt – und auch wir wollen am 30. März an Flughäfen dagegen aufstehen! Denn durch die Dublin II-Verordnung sind Flüchtlinge sogar vor Beginn ihres eigentlichen Asylverfahrens von Abschiebung bedroht. Viele irren jahrelang durch Europa, auf der Suche nach Schutz und auf der Flucht: nicht nur vor den Zuständen in ihrem Herkunftsland, sondern nun auch beispielsweise vor der Haft unter menschenunwürdigen Umständen in Ungarn, vor Obdachlosigkeit und Hunger in Italien, vor völliger Perspektivlosigkeit in Malta oder der Angst vor Rückschiebung in einen Verfolgerstaat von Polen aus. Bereits 2011 wurden vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Abschiebungen nach Griechenland als menschenunwürdig verurteilt, nachdem das Asylsystem dort zusammengebrochen war und Flüchtlinge auf der Straße verelenden. Deutschland und viele andere Staaten sahen sich daraufhin gezwungen, Abschiebungen nach Griechenland auszusetzen. Die dortige Situation ist allerdings keine Ausnahme.
Viele Flüchtlinge wehren sich gegen ihre Abschiebung innerhalb Europas und mit unseren Protesten wollen wir erreichen, dass das Dublin-2-System letztlich fallen muss!
Kommt am Freitag, den 30.03.2012, an die Flughäfen, um die Flüchtlinge zu unterstützen, und protestiert mit uns gegen Dublin-2-Abschiebungen und für bedingungslose Bewegungsfreiheit – nach Europa und in Europa!